

Ein Flachdach gilt oft als Nachteil, wenn es um Solarstrom geht. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Weil die Module frei ausgerichtet werden können, lässt sich die Anlage exakt auf die Sonne optimieren. Ob Bungalow, Garage oder Carport, Flachdächer bieten mehr Gestaltungsspielraum als manches Schrägdach. Was es dabei zu beachten gibt und wann sich die Investition rechnet, zeigt dieser Ratgeber.
Ein Flachdach ist für Photovoltaik grundsätzlich gut geeignet, solange Dachfläche, Statik und Dachaufbau stimmen. Anders als beim Schrägdach gibt es keine feste Vorgabe durch die Dachneigung. Die Module werden stattdessen auf Aufständerungen montiert und können so in Ausrichtung und Winkel frei geplant werden.
Geeignet sind Flachdächer mit folgenden Eigenschaften:
Nicht geeignet sind Dächer mit starken Schäden an der Abdichtung, unzureichender Tragfähigkeit oder sehr hohem Begrünungsanteil ohne Freihaltefläche.
Die passende Anlagengröße hängt von der verfügbaren Dachfläche und dem eigenen Stromverbrauch ab. Auf einem typischen Bungalow-Flachdach mit ausreichend freier Fläche sind Anlagen zwischen 8 und 12 kWp realistisch. Auf einer Garage oder einem Carport fällt die Anlage entsprechend kleiner aus.
Gut zu wissen: Wie groß die Anlage für Ihr Flachdach sinnvollerweise ausfallen sollte, lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch klären. Enpal berät Sie kostenlos und unverbindlich.
Der optimale Neigungswinkel für Photovoltaikmodule auf einem Flachdach liegt bei 15 bis 35°. In dieser Spanne wird der höchste Stromertrag erzielt. Gleichzeitig sorgt ein gewisser Winkel dafür, dass Regen die Module selbst reinigt und Schmutz abfließen kann.
Wer mehr Module auf der verfügbaren Fläche unterbringen möchte, wählt oft einen flacheren Winkel von 10–15°. Das reduziert den nötigen Reihenabstand zwischen den Modulreihen und schafft so mehr Platz. Der Ertrag ist dabei etwas geringer, die Flächeneffizienz aber höher.

Südausrichtung bringt den höchsten Jahresertrag. Eine Ost-West-Ausrichtung erzeugt zwar insgesamt etwas weniger Strom, verteilt die Produktion aber gleichmäßiger über den Tag – morgens nach Osten, abends nach Westen. Das kann den Eigenverbrauch erhöhen, weil der Strom genau dann produziert wird, wenn er gebraucht wird.
Ein weiterer Vorteil der Ost-West-Ausrichtung: Da die Module abwechselnd in beide Richtungen zeigen, entfällt der Reihenabstand weitgehend. Es passen also mehr Module auf die gleiche Fläche.

Wie viele Module auf ein Flachdach passen, hängt von drei Faktoren ab: der verfügbaren Dachfläche, dem gewählten Aufstellwinkel und der Ausrichtung der Module. Als grobe Orientierung gilt: Monokristalline Module benötigen rund 6–9 m² pro kWp installierter Leistung. Hinzu kommt der Reihenabstand, der bei Südausrichtung zusätzliche Fläche beansprucht.
Der Reihenabstand verhindert, dass sich Modulreihen gegenseitig verschatten. Er hängt direkt vom Aufstellwinkel ab: Je steiler die Module, desto größer muss der Abstand sein.

Die Formel dafür lautet:
Eine Beispielrechnung:
Familie Müller montiert auf ihrem Flachdach Photovoltaikmodule mit 15° Neigungswinkel und mit Landscape Orientierung. Das Panel ist 105x180 cm breit. Die Modullänge ist somit 105 cm.
Bei Ost-West-Ausrichtung entfällt der Reihenabstand weitgehend, da die Module gegeneinander zeigen und sich nicht gegenseitig verschatten. Das bedeutet: Mehr Module auf der gleichen Fläche.
Da Flachdächer keine feste Dachkonstruktion als Unterkonstruktion bieten, müssen die Module auf Aufständerungen montiert und gesichert werden. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:
Bei der Ballastierung werden die Montagegestelle mit Gewichten beschwert, in der Regel mit Ballaststeinen oder Kiesäcken. Das Dach wird dabei nicht durchbohrt, was das Risiko von Undichtigkeiten ausschließt. Diese Variante ist die häufiger gewählte, da sie weniger Montageaufwand bedeutet und flexibler in der Aufstellung ist.
Hier werden die Gestelle direkt am Dachstuhl oder den Sparren verschraubt. Die Anlage sitzt dadurch besonders fest. Allerdings muss die Dachhaut an den Durchdringungspunkten sorgfältig abgedichtet werden, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Diese Variante sollte ausschließlich von Fachbetrieben ausgeführt werden.
Welche Montageart die richtige ist, hängt vom individuellen Dachaufbau ab. Bitumenflachdächer eignen sich beispielsweise gut für beide Varianten. Bei Gründächern oder Foliendächern sind gesonderte Prüfungen notwendig.
Die Kosten für eine Flachdach-Photovoltaikanlage sind in der Regel ähnlich hoch wie bei einer Aufdachanlage. Für ein typisches Einfamilienhaus kann man mit Kosten zwischen 18.000 und 26.000 € rechnen.
Je nach Anlagengröße, Montageart und individuellem Dachaufbau können die Preise variieren. Bei Flachdachanlagen können zusätzliche Kosten für Montagegestelle und Ballastierung anfallen.
Eine Finanzierung ist über Enpal EasyFlex möglich, ohne Anzahlung und mit flexibler Rückzahlung. Einen detaillierten Überblick über alle Kostenbestandteile gibt es hier: Solaranlage Kosten
PV-Förderprogramme im Überblick
Es gibt verschiedene Förderprogramme, die die Anschaffung einer Photovoltaikanlage finanziell erleichtern. Einen vollständigen Überblick gibt es hier: Photovoltaik Förderung
Von der ersten Anfrage bis zur fertigen Anlage übernimmt Enpal den gesamten Prozess. Planung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Installation und laufende Überwachung, alles aus einer Hand. Die Solaranlage ist in der Regel in 6 Wochen auf dem Dach.

Ein großer Vorteil von Flachdach-Photovoltaikanlagen ist, dass sie sehr flexibel und individuell installiert werden können. Die Neigungswinkel und Modulausrichtung kann für den optimalen Ertrag angepasst werden.
In der Regel werden die Solamodule etwas flacher montiert. Dadurch sind die Reihenabstände schmaler und es passen mehr Module auf das Dach. Ein flacherer Winkel bedeutet gleichzeitig aber auch kleine Ertragseinbußen. Im Vergleich zu beispielsweise Aufdachanlagen sind die Erträge also etwas kleiner. Denn dort sind die Module etwas steiler am Dach montiert. Der Unterschied sollte aber kaum bemerkbar sein, geschweige denn ein Grund, Flachdach-Photovoltaik nicht zu installieren.
In der folgenden Grafik können Sie den prozentualen Effizienzwert des Daches ablesen. Die Spalten stellen dabei den Neigungswinkel der Module dar. Die Ausrichtung der Module finden Sie in den Zeilen. 0° steht hier für eine direkte Südausrichtung, 90° für eine Ost-/Westausrichtung und 180° für eine Nordausrichtung.
Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren persönlichen Ertrag mit Hilfe des Enpal Photovoltaik Rechners zu ermitteln: Photovoltaik Rechner
Ein Flachdach bietet echte Vorteile gegenüber einem Schrägdach, bringt aber auch spezifische Anforderungen mit sich, die man kennen sollte.
Eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach ist für viele Hausbesitzer eine attraktive Option. Die freie Wahl der Modulausrichtung, die einfache Zugänglichkeit und der Verzicht auf Dachdurchdringungen sprechen klar dafür. Wer die Besonderheiten bei Neigungswinkel, Reihenabstand und Statik von Anfang an berücksichtigt, bekommt eine leistungsstarke Anlage, die zuverlässig Strom produziert. Eine individuelle Beratung hilft, die optimale Lösung für das eigene Dach zu finden.
Hier finden Sie heraus, ob sich eine PV-Anlage auch für Ihr Haus lohnt:
Ja, ein Flachdach eignet sich hervorragend, um eine Photovoltaikanlage zu installieren! Die Montage auf Flachdächern ist sehr flexibel und lässt sich daher gut individuell anpassen. Sie haben die Möglichkeit zwischen einer Montage mit und ohne Dachdurchdringung zu wählen, wie auch einer einseitigen oder doppelseitigen Montage. Die Erträge sind letztendlich ähnlich hoch wie bei anderen Photovoltaiksystemen, wie Aufdachanlagen.
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Auch wenn eine Südausrichtung meist die optimale Ausrichtung ist, bringen Flachdachanlagen mit einer Ost-West-Ausrichtung ähnlich hohe Erträge. Hier können die Solarmodule dicht beieinander abwechselnd nach Osten und Westen montiert werden. Somit müssen zudem keine Reihenabstände, wie bei der Südausrichtung eingehalten werden.
Der Vorteil von einer doppelseitigen Ausrichtung ist, dass Ihre Anlage genau dann Strom erzeugt, wenn Sie gerade zu Hause sind, also morgens und abends.
Welche Montageart für Sie die Richtige ist, hängt in erster Linie vom Dach ab. Sowohl die Befestigung mit Dachdurchdringung, als auch die ohne Dachdurchdringung sind gute Lösungen.
In der Regel wird Ballastierung etwas häufiger gewählt, da sie mit weniger Montageaufwand, einer flexibleren Aufstellung und keiner Beschädigung des Daches verbunden ist. Die Verschraubung der Montagegestelle sichert hingegen die Module langfristig und effektiv. Es ist ratsam, sich bei dieser Entscheidung von einem Fachbetrieb beraten zu lassen.
Welche Montageart für Sie die Richtige ist, hängt in erster Linie vom Dach ab. Sowohl die Befestigung mit Dachdurchdringung, als auch die ohne Dachdurchdringung sind gute Lösungen.
In der Regel wird Ballastierung etwas häufiger gewählt, da sie mit weniger Montageaufwand, einer flexibleren Aufstellung und keiner Beschädigung des Daches verbunden ist. Die Verschraubung der Montagegestelle sichert hingegen die Module langfristig und effektiv. Es ist ratsam, sich bei dieser Entscheidung von einem Fachbetrieb beraten zu lassen.
Der gesamte Prozess von Planung bis Inbetriebnahme einer Flachdachanlage dauert in der Regel ähnlich lange wie bei einer Aufdachanlage zwischen drei und sechs Monaten. Die Montage der Anlage selbst nimmt hingegen nur einen Bruchteil der Zeit ein. Bei der Installation durch einen Fachbetrieb dauert die Montage der Module, egal ob mit oder ohne Dachdurchdringung, oft nur wenige Tage.
Neben der Montage von Photovoltaik auf Flachdächern, gibt es folgende andere Montagearten:
Mehr dazu gibt es im Artikel Photovoltaik Montage